geschrieben von Jens Klawonn am 23.Jun 2009
 SIEBEN LEBEN

SIEBEN LEBEN

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SIEBEN LEBEN – der Film; Regie: Gabriele Muccino
Originaltitel: SEVEN POUNDS

Die Botschaft: nichts im Leben ist sicher(er), als der Tod und die Steuern! Ein Geheimnis: vollbringe Gutes und schweige darüber!
Doch was sind die wahren Motive des Protagonisten Ben? Weshalb beschenkt er fremde Menschen mit materiellen Dingen oder mit Organen seines Körpers?

Mit jedem Film wird Will Smith (u.a. I AM LEGEND) mehr und mehr zum schwarzen Jesus. In seiner Rolle im Film SIEBEN LEBEN opfert er als trauernder Witwer sogar Gesundheit, Hab und Gut, um den Schwachen dieser Welt zu helfen.

SIEBEN LEBEN

In sieben Sekunden habe er seine Welt zertrümmert, sinniert jammernd Ben (Will Smith). Als Nächstes beleidigt er einen Blinden (Woody Harrelson, u.a. NO COUNTRY FOR OLD MEN) am Telfon eines Bestellservices…doch glücklich scheint er mit dieser Attacke nicht zu sein.
Kaum hat er aufgelegt, schießen ihm die Tränen in die Augen und er hält sich die Hand vor den Mund. Vordergründige Rätsel wie dieses gibt das Drama SIEBEN LEBEN während der 123 Minuten Laufzeit noch viele auf.

SIEBEN LEBEN – der Film

Nachdem durch ihn verschuldeten Unfalltod seiner Frau und weiterer Personen hat sich Ben Thomas ein großes Ziel gesteckt.
Er übt sich in einer ganz besonderen Art der Reinwaschung – als vermeintlicher Finanzbeamter hilft er hoch verschuldeten Existenzen heimlich mit großzügigen Steuererleichterungen. Damit will er das Leben von insgesamt sieben unterschiedlichen Menschen, denen das Schicksal besonders übel zugesetzt hat, grundlegend zum Besseren wenden.

Dass er auch selbst leidvolle Erfahrung mit anderen Konstanten des Daseins gesammelt hat, verschweigt er gegenüber den Auserwählten.
Auch der Zuschauer bekommt in SIEBEN LEBEN nur durch die elegant verwobene Traumsequenzen erzählt, was Ben zugestoßen ist. Das Ganze wird von dem fast durchgängig gequält-tapfere Gesicht des Protagonisten untermalt.
Auf der Suche nach den Hilfebedürftigen trifft er auf die schöne, aber schwer herzkranke Emily (Rosario Dawson, u.a. SIN CITY) und verliebt sich unsterblich in die tapfere Frau. Doch das junge Glück ist nicht von Dauer, denn hinter Bens großzügigem Plan verbirgt sich ein dunkles Geheimnis.

SIEBEN LEBEN – die Filmkritik

Die sich zwischen Ben und Emily zügig entwickelnde Liebesgeschichte reiht sich nahtlos in den Rest der furchtbar bedeutungsschwangeren Handlung ein.
Sie hat ein krankes Herz – während seins noch immer gebrochen ist. Nach tränenreichen Szenen ist am Ende Emily auch einer von den sieben Menschen, deren Leben Ben vorhersehbar und hollywoodreif verändert.

Mittelprächtig gekonnt wird gleichfalls das Thema Schuld in dem Drama behandelt, welches als Shakespeare-Zitat im Originaltitel Anklang findet, dennoch lediglich als Handlungsvorwand dient. Dass in SIEBEN LEBEN kein nennenswerter Konflikt oder irgendeine andere Art der Reflektion -über die Andeutung hinaus- Bestand hat, ist ebenfalls ärgerlich.
Dabei wäre ein aus der Bibel abgeleitete Motiv der Opferbringung eigentlich eine Steilvorlage für die Rolle eines klassischen Charakterdarstellers. Diese Chance verpasst Will Smith nicht nur um Haaresbreite.
Man (n) ordnet ihn einfach, auch resultierend aus seinen vergangenen Filmen (u.a. MEN IN BLACK, I ROBOT), zu leicht dem Action-und Komödiengenre zu.
In den Momenten der Rührung und emotionaler Schwere gleicht er daher eher einem beleidigten Jungen als ein Mann, der tatsächlich von seiner Wiedergutmachung besessen ist und der, was noch viel wichtiger wäre: auch den Zuschauer diesbezüglich davon überzeugen könnte!

Trotz eines für meine Begriffe sehr gelungenen und spannenden Anfangs, trotz netter dramaturgischer Ansätze versinkt das Rührstück SIEBEN LEBEN irgendwann im Mittelfeld der Belanglosigkeit und ärgerte gen Schluss mit übermäßigem Kitsch.
Ja, eigentlich wäre die Story für ein sensibles, kleines Drama ausgelegt, aber durch die Superstar-Komponente Will Smith wird daraus plötzlich ein großes Megakino. Dem trägt der italienstämmige Regie-Shooting-Star Gabriele Muccino Rechnung und hält seinen Film von intensiver Radikalität frei, die dem Werk gut zu Gesicht gestanden hätte, um ernsthaft zu berühren.

DVD und BLU-RAY zum Film

Die DVD zum Film SIEBEN LEBEN: ab am 19. Mai 2009 im Handel.

USA 2008
Kinostart: 8.2.2009
Regie: Gabriele Muccino
Darsteller: Will Smith, Rosario Dawson, Woody Harrelson, Barry Pepper, Michael Ealy, Sarah Jane Morris u.v.a.
FSK: ab 12
Lauflänge: 123 min.

Studio/Verleih und Bildnachweis: Sony

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geschrieben von: Jens Klawonn
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