MONDKALB – der Film; Sylke Enders
Das Drama MONDKALB, der Regisseurin Sylke Enders (u.a. KROKO, HAB MICH LIEB), zählt sicher nicht zu den Kassenschlagern in den Kinos, dennoch oder gerade deshalb möchte ich den Film hier im Blog vorstellen.
Zum einen mag ich den Schauspieler Axel Prahl und zum anderen finde ich, dass sich inzwischen der deutsche Film generell weder thematisch noch ceniastisch-qualitativ hinter den großen, ausländischen Produktionen verstecken muß.
Das Inhalt des interessanten Drehbuchs wurde mit dem “Deutschen Filmpreis” ausgezeichnet und wird von drei Personen bestimmt:
Da ist Alex (Juliane Köhler, u.a. AIMÈE UND JAGUAR, NIRGENDWO IN AFRIKA), eine eher ängstliche und unsicher wirkende Frau aus den alten Bundesländern. Nach der Verbüßung ihrer langjährigen Haftstrafe, zieht sie in eine ostdeutsche Kleinstadt, in das Haus ihrer verstorbenen Großmutter und bekommt einen Job als Laborantin zugwiesen.
Alex hat hier ihre Kindheit verbracht und möchte zurückgezogen die Vergangenheit vergessen bzw. den Versuch unternehmen, ein neues Leben zu beginnen.Doch die angestrebte Zurückgezogenheit gestaltet sich schwierig, denn bald trifft sie auf den sehr kommunikativen Fahrlehrer Piet (Axel Prahl, u.a. HALBE TREPPE, SOMMER VORM BALKON) der mit seinem umso mehr schweigsameren, 12-jährigenSohn Tom (Leonard Carow) in der Nachbarschaft wohnt.
Tom`s Mutter hat sich vor einigen Jahren das Leben genommen und der Junge leidet sehr unter diesem traumatischen Erlebnis.
Recht bald wittert Piet eine Chance, nicht nur eine Ersatzmutter für den Sohn, sondern auch für sich einen neuen Lebensinhalt zu finden, eine Partnerschaft zu gründen. Und schon fast wie vorherbestimmt sucht Tom bald verstärkt und nachdrücklich die Nähe von Alex.
Nach einer ersten direkten Kontaktaufnahme läd Piet sie zum Essen ein. Es wird ein sehr schöner und entspannter Abend der weitgehend harmonisch verläuft.
Als Piet jedoch am nächsten Tag anruft, weist Alex ihn schroff ab. Sie fühlt sich bedrängt und alles geht ihr viel zu schnell…Mit viel Charme und Humor versucht Piet zu retten was zu retten ist. Doch nur ganz allmählich wird aus Distanziertheit und teilweise heftigen Abwehrreaktionen langsam zwischenmenschliche Nähe. Ein Anfang scheint getan, jedoch keiner kann trotzdem und letztendlich aus seiner Haut schlüpfen!
Als Tom plötzlich das Auto seines Vaters anzündet, droht die kleine heile Welt total aus den Fugen zu geraten…und jeder muß begreifen, dass die Zeit gekommen ist füreinander Verantwortung zu übernehmen.
“Der stete Tropfen höhlt den Stein” – sagt der Volksmund und man assoziiert damit automatisch Gutes. Doch die Regisseurin Sylke Enders ist keine Frau des Happy Ends, denn sie beschreibt ohne sich auf Negatives oder etwas Positives zu fixieren, gerne Veränderungen.
Der Film MONDKALB kann somit gleichermaßen als ein intensives Porträt von Menschen gelten, welche aus unterschiedlichen Welten kommen bzw. in unterschiedlichen Welten leben und deren Wege sich anscheinend bedeutungsvoll irgendwann kreuzen, wie auch als Synonym für das verbreitete zwischenmenschliche Problem, des nicht wirklich aufeinander zugehen Könnens.
Neben der intensiv dargestellen Thematik Kindererziehung und Gewalt in der Gesellschaft, ist das ein wichtiger Tenor des Films. Damit ist ein Werk enstanden, aus dem sicher nicht Kinoträume erwachsen, der aber gerade durch seine Lebensnähe – Glaubwürdigkeit zu poduzieren vermag.
Fazit: Das wirklich Leben ja selten genug Traum und Wuschvorstellung. Insofern ist das auf die Leinwand gebrachte Stück Realität, dass sich nur selten in Film-Märchennähe bewegt, in sich betrachtet ein gelungener Beitrag, welcher zudem mit exellent agierenden Protagonisten besetzt ist.
Das Drama MONDKALB bekommt deshalb eine, meine Empfehlung!
Die DVD zum Film MONDKALB: ab 1. August 2008 im Handel.
Deutschland 2007
Kinostart: 31. Januar 2008
Regie: Sylke Enders
Darsteller: Leonhard Carow, Udo Schenk, Axel Prahl, Juliane Köhler, Isabelle Ertmann,
Niels Bormann, Ronald Kukulies
Länge 102 min.
FSK: 12
Studio/Verleih und Bildnachweis: Co-Produktion WDR und RBB