geschrieben von Jens Klawonn am 2.Sep 2009
 LEBANON

LEBANON

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LEBANON – der Film; Regie: Samuel Maoz
Originaltitel: Levanon

Der Gewinner des “Goldenen Löwen” auf den 66. Internationalen Filmfestspielen 2009 in Venedig, ist der israelische Regisseur Samuel Maoz mit seinem Antikriegs-Drama LEBANON .

Maoz konnte die Jury, unter Vorsitz von Ang Lee, auf ganzer Linie überzeugen und seinen Film gegen die harte Kongruenz, durch Faith Akin mit SOUL KITCHEN und Jessica Hausner mit LOURDES, verteidigen.

Der aus Tel Aviv stammende Regisseur war selbst israelischer Fallschirmspringer im Kriegseinsatz und schildert in LEBANON (“Lebanon” ist die englische Bezeichnung für “Libanon”) die traumatisierenden Erlebnisse von vier, jungen Männern während des ersten Libanonkrieges – 1982.

LEBANON

Bisher haben die Panzersoldaten, während ihrer Ausbildung auf dem Übungsgelände, nur auf Fässer geschossen. Doch plötzlich stehen ihnen Menschen gegenüber, die sie umbringen müssen um nicht selbst getötet zu werden.
Eingesperrt in einem rollenden Sarg aus Stahl, beginnt für die Soldaten ein klaustrophobisches Martyrium. Weinend und fast erstarrt vor Todesangst werden entgegen der Propaganda, Assi der Kommandant, Yigal der Fahrer, Shmuel der Bordschütze sowie Herzl der Kanonier nicht zum unerschrockenen Helden, sondern wieder “kleine Jungs”, die nur zu ihrer Mutter wollen…

LEBANON – der Film

Ihr befehlshabender Offizier (Zohar Strauss) führt die Mannschaft nach dem Bombardement durch die israelische Luftwaffe in eine zerstörte, libanesische Stadt – die nachträglich “beräumt” werden soll.
Aber der Auftrag entwickelt sich schnell zum  Albtraum. Als die unerfahrenen Soldaten begreifen, dass sie  in einen tödlichen Hinterhalt geraten sind, bricht Panik aus – die einem Kameraden das Leben kostet und den Rest der Truppe für immer verändern wird…

LEBANON – die Filmkritik

Als Teil einer cineastischen Ausdrucksform, der besonderen, technischen Herausforderung einer Inszenierung auf engstem Raum, die gleichfalls in dem Drama SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE des Regisseurs Julian Schnabel zum Tragen kam, wählte Samuel Maoz für den Film LEBANON eine für den Zuschauer eher ungewohnte Perspektive.

Gleichwohl die Protagonisten als auch die Zuschauer blicken während des gesamten Films (fast) ununterbrochen durch einen sehr starken Fokus in die Außenwelt.
So gibt es eine Kameraeinstellung, bei der während des Beschuss eines Gebäudes, die Sicht ausschließlich durch das Fadenkreuz eines Maschinengewehrs bzw. durch das Zielfernrohr eines israelischen Panzers dargestellt wird.
Die bedrückende Szene, in welcher die Familie einer jungen Mutter (Reymonde Amsellem) vor deren Augen getötet wird, bleibt für den Kinobesucher nachhaltig – erschreckend in Erinnerung und macht ihn nachdrücklich zum Teil der Handlung…

Verschiedene Kritiker beschrieben das Drama LEBANON bereits als das Mutigste und Beste, was in der jüngsten Vergangenheit aus der Welle: “Neuer israelischer Film” entstanden ist. Der Regisseur Samuel Maoz äußerte sich im Zuge der Preisverleihung bei den Filmfestspielen in Venedig wie folgt zu seinem glühenden Antikriegsplädoyer:

“Ich widme diesen Film allen Menschen, denen es vergönnt ist, gesund und sicher aus einem Kriegseinsatz zurückzukehren. Diese Menschen tragen die Erinnerung an den Krieg ein Leben lang mit sich. Sie arbeiten, sie heiraten, sie haben Kinder, aber die Kriegserlebnisse sind in ihre Seelen gebrannt.”

Mit stehenden Ovationen wurde der autobiografische Film LEBANON gewürdigt und ließ weder das Kinopublikum noch die Fachjury in Venedig unberührt.
Im Juni 2010 kommt der Film als mahnendes Gedenken an die Kriegsschauplätze auf der ganzen Welt offiziell in die deutschen Kinos.

DVD & BLU-RAY Disc zum Film

Der Erscheinungstermin für die DVD zum Film LEBANON steht noch nicht fest.

Israel 2009
Kinostart: 14. Oktober 2010
Regie: Samuel Maoz
Producer: Uri Sabag, Einat Bikel, Moshe Edery, Leon Edery, David Silber, Benjamina Mirnik, Ilann Girard
Darsteller: Yoav Donat, Italy Tiran, Oshri Cohen, Michael Moshonov, Zohar Strauss, Dudu Tassa, Ashraf Barhom, Reymonde Amsellem
Music: Nicolas Becker
Laufzeit: 93 min

Studio/Verleih und Bildnachweis: Celluloid Dreams, Metro Communications, Ariel Films, Arsam International

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