KEINOHRHASEN – der Film; Regie: Til Schweiger
Von der Lindenstrasse nach Hollywood und wieder zurück nach Deutschland.
Til Schweiger (u.a. DER ROTE BARON) Multitalent und Superstar, ist immer besonders erfolgreich, wenn das mit leichter Unterhaltung im Zusammenhang steht.
Vom Schauspiel bis zur Regie stellte er sein Können darin schon oft und augenscheinlich unter Beweis (u.a. MANTA MANTA).
Auch in KEINOHRHASEN kommt erneut dieses Talent für handwerklich gut gemachte, seichte Komödien zum Tragen. Darin zeigt Schweiger, dass er nicht nur ein Händchen für die Musik in seinen Filmen hat, sondern auch, dass er inzwischen und zumindest im deutschen Filmgeschäft, eine konstant gute Rolle vor und hinter der Kamera spielt.
Die unterhaltsame Beziehungskiste, welche Til Schweiger in KEINOHRHASEN zelebriert, ist durchaus humorvoll bis sogar richtig witzig. Und die Romantik kommt zudem gleichfalls zu ihrem Recht – denn genau das ist sein Metier. Hierbei läuft der smarte Typ in jeder Hinsicht zur Bestform auf. Dass es hingegen mit der Hollywoodkarriere etwas bescheidener aussieht, sollte in diesem Zusammenhang nicht stören bzw. steht auf einem anderen Blatt. Ich sage nur: KING ARTHUR oder FAR CRY! ;) “Schuster bleib`bei deinen Leisten!”
Paparazzo Ludo (Til Schweiger) und sein Fotograf Moritz (Matthias Schweighöfer) sind stets auf der Suche nach Stars, Sternchen und Boxenludern. Beide glauben inzwischen schon selbst an ihre haarsträubenden Geschichten, welche sie in der Boulevardpresse dem geneigten Lesern zum Besten geben.
Eines Tages kommt es wie es kommen muss. Das “Fass” läuft über und die Strafe folgt auf dem Fuße: zu 300 Stunden Sozialarbeit wird Ludo auf Grund eines missglückten Vorstoßes in die Intimsphäre von Boxweltmeister Wladimir Klitschko und dessen Freundin Yvonne Catterfeld, von einem Gericht verurteilt. Abzuleisten in einem Kinderhort!
Dort angekommen, sieht er sich der resoluten Erzieherin Anna (Nora Tschirner) gegenüber. Die hat noch eine “alte Rechnung” zu begleichen. Anna kann sich nur zu gut an Ludos Hänseleien während ihrer gemeinsamen Kindheit erinnern und packt die Gelegenheit beim Schopfe bis sich -wie allgemein bekannt- natürlich die ersten Gefühle regen…
Neben einer für dieses Genre insgesamt gelungenen Story, hat Schweiger vor allem bedacht, dem Film einen knalligen Anfang (Jürgen Vogel in einem herrlichen Gastauftritt als er selbst) zu geben und dem KEINOHRHASEN ein ebenso witziges Ende zu verpassen.
Für das was dazwischen abgeht, sorgt eine Riege von bis in die Nebenrollen exzellent besetzter Protagonisten. Das allein gäbe schon fast die Garantie auf einen gelungenen Kinoabend, zumal es Til Schweiger gar nicht so ungeschickt anstellt, nebenbei noch eine Menge Wahres in den doppelten Film-Boden zu verbuddeln.
Von Wolfgang Stumph über Christian Tramitz, Armin Rhode bis hin zu Wladimir Klitschko ist einfach alles am Set, was dem Komödiengenre dienlich und dem Unterhaltungswert nicht schaden kann.
Gespickt mit viel Berliner Wortwitz: “Pass uff, ick hau dir gleich ’nen Tunnel ins Gesicht”, in eine nette Liebesgeschichte verpackt, dazu mit tollem Soundtrack obenauf (Timbeland Feat.Onerepublic “Apologize”) und natürlich mit dem passenden, knuddeligen KEINOHRHASEN-Plüschtier gekrönt, wird trotzdem kein typischer “Mädchenfilm” daraus, sondern eher ein Spaß für Mann und Frau.
Zwischen ausführlichen Aufklärungsgesprächen über Oralsex und tiefgründigen Vergleichen zwischen Männern und Pizzen, wirkt Schweiger dabei sogar fast kritisch, indem er z.B. andeutungsweise und indirekt die Hatz auf Prominente anprangert. Und neben einigen mehr oder weniger gelungenen Parodien auf die Glitzermedienlandschaft, bekommt selbst die heile Volksmusikwelt von ihm einen kleinen Satz warmer Ohren verpasst.
Jedoch mehr an humorvollen, “kritischen” Unter-Tönen darfs dann nicht sein und somit ist die Komödie KEINOHRHASEN zwar keine Perle in der Filmlandschaft, jedoch trotzdem ansehenswert…
Ach ja, und aus KEINOHRHASEN werden dann 2009 ZWEIOHRKÜKEN ;) !
Die DVD zum Film KEINOHRHASEN: ab 22. August 2008 im Handel.
Deutschland 2007
Kinostart: 20.12.2007
Regie: Til Schweiger
Darsteller: Nora Tschirner, Til Schweiger, Jürgen Vogel, Matthias Schweighöfer, Alwara Höfels, Rick Kavanian, Barbara Rudnik u.v.a.
Länge: 115 Min
FSK:ab 6
Studio/Verleih und Bildnachweis: Warner Bros.
das ist mal wieder eine der wenigen gelungenen deustchen komödien, welcher auch niveau hat.
Ich fand keinohrhasen übrigens wesentlich besser als den Nachfolger zweiohrküken
[...] erscheint die geplante Fortpflanzung von diversen KEINOHRHASEN und ZWEIOHRKÜKEN, mit dem vielleicht aber eher unwahrscheinlichen Filmtitel [...]
[...] Und das deutsche Komödien trotz schwacher Geschichte funktionieren, solange sie durch jede Menge Humor überdeckt werden und früher oder später ein Sequel folgt, mußte ich spätestens erkennen, als diese tierisch-kuschlige Stoffspezies das Licht der Kinoleinwand erblickte: Der KEINOHRHASE [...]