DOK LEIPZIG 2009
52. Internationales Festival für Dokumentar- und Animationsfilm Leipzig
Vom 26.Oktober bis 01.November 2009 fand erneut das weltweit älteste Kurzfilmfestival statt. Als Initiative des “Club der Filmschaffenden der DDR” ging es erstmals 1955 als Gesamtdeutsche Leipziger Woche für Kultur- und Dokumentarfilm an den Start und in der bewegten Geschichte des Festivals gab es bereits viele Umbrüche, die jedoch mit einer beständigen Fortentwicklung einhergingen.
So führte z.B. 2004 der jetzige Direktor Claas Danielsen, seines Zeichen selbst Filmemacher, dass Fortbildungsprogramm für Nachwuchs-Dokumentarfilmer “Discovery Campus e.V.” und den speziellen Wettbewerb für den deutschen Dokumentarfilm ein.
DOK LEIPZIG ist inzwischen nach dem International Documentary Film Festival (IDFA) Amsterdam das zweitgrößte DOK-Filmfestival Europas. In diesem Jahr gingen aus den 2500 eingereichten Dokus, der jeweiligen Wettbewerbskategorien, insgesamt noch 330 Filme an den begehrten Auszeichnungs-und Preisgelderstart.
Der Film SHANGHAI FICTION von Julia Albrecht und Busso von Müller gewinnt den mit 2000 Euro dotierten Dokumentarfilmpreis des “Goethe Instituts”. Der Film TRÄUME DER LAUSITZ von Bernhard Sallmann gewinnt den mit 4000 Euro dotierten Förderpreis der defa-Stiftung.
Wie jedes Jahr zählte auch ich zu den Besuchern des Festivals. Mein Wunsch jedoch und die dazu bereits 2008 geäußerte Meinung, in Bezug auf eine bessere Programmübersicht sowie die Organisation der Kinokartenvergabe, wurde anscheinend weiterhin beflissentlich unter den “Roten Teppich” gekehrt.
Somit war mit dem neuen Programmheft in der Hand schnell klar, was ich bis dato nicht weiß:”…weshalb muß das Begleitheft intellektueller aufgebaut sein als die enthaltenen Filmbeiträge?!”
Erneut beinhaltete es das Wirrwarr an Buchstabenkatalogisierungen und eine Vermischung von Wettbewerbskategorien mit den eigentlichen Filmtiteln. Das ist zum einen optisch-informativ mehr als unbefriedigend und zum anderen, gestaltet sich die Zusammenstellung des ganz persönlichen DOK-Filmprogramms somit unnötig umständlich – denn bei einem immerhin Einzelkartenpreis von 6,50€, ist die individuelle und gezielte Auswahl der Beiträge, die einzige Möglichkeit die Kosten bzw. den zeitlichen Aufwand etwas einzugrenzen…!
Dass ich mit dieser Meinung nicht allein in den weiten Kino-Fluren stand, zeigte die Realität an den Kinokassen. Nicht nur beispielsweise die Kartenverkäuferin im “Cinestar Leipzig” war sichtlich genervt, sondern auch viele Kinobesucher.
Alles gipfelte in einem nicht nachvollziehbaren Durcheinander bei den Aufdrucken der Eintrittskarten. So stimmte beispielsweise Kinosaal, Tag und Zeit nicht mit dem gewählten Beitragstitel überein. (lakonische Antwort auf meine darauf folgende Frage:”…das ist ebenso…”)
Die “Passage-Kinos” machten es sich noch einfacher. Hier verzichtete man gänzlich auf den Filmtitel und druckt nur die Wettbewerbskategorien, also deutscher, internationaler etc.- Film, auf die Karten. Bei zwanzig (vor)gekauften Exemplaren verlor der geneigte Zuschauer, also ich, somit schnell den Überblick und die DOKU-Laune.
Weiterhin ist es im Zeitalter von Internet und Datenbanken anscheinend nicht möglich, sowohl die Veranstalter (Kinos) als wie auch die Beiträge festivalübergreifend online zu vernetzen.
Sprich: Karten für das “Cinestar” bekommt man eben nur im “Cinestar” und im Kopfrechnen, was die Länge der Filme betrifft, sollte man beim Vorverkauf gleichfalls fit sein, sonst könnte es knapp werden, um bei den wechselnden Veranstaltungsorte rechtzeitig zum Vorstellungsbeginn anwesend zu sein…
Und deshalb: es wäre doch nun längst überfällig, einen weiteren “Umbruch” zu vollziehen, für ein neues, übersichtlicheres DOK Leipzig-Programmheft mit der entsprechenden Veranstaltungstabelle oder sogar dem interaktiven Onlineplaner!
Und die Hoffnung stirbt nie, dass sich das Organisationskomitee 2010 in Hinsicht wohlgemeinter Vorschläge entsprechend öffnet… ;)
Wie der MDR mitteilte, präsentiert in diesem Jahr Das Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm vor allem Filme aus dem Kaukasus. Gezeigt werden Dokumentationen von Filmemachern aus Armenien, Aserbaidschan, Georgien, dem Süden der Russischen Föderation sowie Tschetschenien.
“Die Besucher können sich einen tiefen Einblick und ihr eigenes Urteil über diese Region verschaffen, die landschaftlich atemberaubend schön und zugleich seit Jahrhunderten heiß umkämpft ist.”
Im 53. Festivaljahrgang stehen rund 350 Filme von mehreren Kontinenten auf dem Programm.
Studio/Verleih und Bildnachweis: DOK LEIPZIG (c); www.nato-leipzig.de/